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Potsdam ist die Landeshauptstadt des neuen Bundeslandes Brandenburg. Das wissen inzwischen viele.
Die Bundeskanzlerin und der Vorsitzende der SPD kommen schließlich beide aus den Neuen Bundesländern.

Der wichtigste Bahnhof einer Hauptstadt ist fast immer der Hauptbahnhof. Über 40 Jahre befand der sich wegen der deutschen Teilung am südlichen Berliner Außenring, ziemlich weit draußen. Inzwischen ist der alte Stadtbahnhof zum Hauptbahnhof gekürt worden. Mit zwei über 400 m langen Bahnsteigen ist er sogar ICE-tauglich. Und die S-Bahn fährt auch wieder. ICE wurden allerdings immer weniger. Inzwischen hält gar keiner mehr in Potsdam.

Hier einige Bilder vom Niedergang des “alten Hbf”, der in Potsdam Pirschheide umbenannt wurde:

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051126-4314-BahnPP-Tunnel

Die Ruinen der Bahn finden sich überall. Dies ist der total verkommene, verwahrloste aber noch in Betrieb befindliche ehemalige Hauptbahnhof Potsdam, jetzt Potsdam Pirschheide.

“Beweisfoto”
vom Stellwerk

Die Empfangshalle, noch mit dem Flair der zertrümmerten “Kronleuchter” aus alten DDR-Zeiten, den selbstverständlich geschlossenen Schaltern, beschmierten Wänden und durchweg zerschlagenen Scheiben begrüßt sie
Im Hintergrund ist der schlampig zugemauerte Durchgang zu den ehemals oberen Bahnsteigen am Berliner Außenring zu erkennen.

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Schauen sie sich bloß nicht um!
Der OB der Landeshauptstadt tut das ja auch nicht.
Iss doch nicht sein Spaßbad!

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Der Durchgang zum unteren Bahnsteig zu den Zügen in Richtung Potsdam Hbf (neu) und Senftenberg und der Abgang unter dem stillgelegten zweiten Bahnhofsgleis hindurch zum Bahnsteig.

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Wenn man es bis zum Bahnsteig geschafft hat, entdeckt man ein von der Natur zurückerobertes Gleis. Zum Zeichen, daß die Bahn an diesem Gleis aber kein Interesse hat,
ließ sie das neue Signal auskreuzen.
                 Wir bauen auf und reißen nieder,
                 so haben wir Arbeit immer wieder!

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Von den 6 Bahnsteigkanten ist nur noch diese eine in Betrieb. Deshalb hat man wohl auch die 11 überklebt. Sparsam, wie die Bahn nun mal ist, mußte dafür eine Serviette reichen.
Ansonsten ist lobend hervorzuheben, das die Anlage gefegt war. Und noch ein Lob: Der Zugzielanzeiger funktionierte,
und selbst die Uhr zeigte die richtige Zeit an.
Sie werden es nicht glauben, auch der Zug fuhr pünktlich.

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Das ehemalige Fahrdienstleiterstellwerk ist umgeben von hochmodernen Funk- und Energieanlagen. Der hintere Mast gehört der Wasserschutzpolizei, der vordere dient dem Zugfunk und der Hochspannungsmast der Bahnenergieversorgung Genshagener Heide - Priort.
Der einzelne Gittermast hielt vormals die Quertragwerke der Fahrleitung.

Vom oberen ehemals 6gleisigen Bahnhofsteil
(2 durchgehende Hauptgleise des BAR und 4 Bahnsteigkanten),
sind nur die beiden durchgehenden Hauptgleise geblieben.
Alle Weichen und die entbehrlichen 4 Bahnsteiggleise samt Fahrleitung wurden zurückgebaut.

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Lediglich die Gittermaste der Quertragwerke und alle Hochbauten blieben stehen und wurden sich selbst überlassen.
Sie bieten nun das bahntypische Bild des Jammers einer vernachlässigten und verkommenen Ruinenbahn.

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Wartungsweg? Worauf wartet der?
Auf Betriebslpersonal? Alle entsorgt!!!!

Die Hochbauten der beiden oberen Bahnsteige rotten samt aller Aufbauten vor sich hin

Diese Ruinen sind sowohl von der neu errichteten Straßenüberführung auf der Südseite als auch von durchfahrenden Zügen auf dem BAR zu sehen. Allerdings hat der BAR seine frühere Bedeutung schon lange eingebüßt. Die DB beseitigt ihre Ruinen ja noch nicht einmal auf der neuen Hochgeschwindigkeitsverbindung
Hannover - Berlin (hier).

Gleislageplan Potsdam Hbf 1970

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Die Regionalbahn von Potsdam nach Hoyerswerda kam pünktlich.
Dieser Herr mit dem Kind stieg aus,
schaute sich irretiert um,
wohl den Ausgang suchend,
schüttelte dann mehrmals den Kopf,
war sprachlos und ging.
Offenbar hatte er so etwas noch nie gesehen.
Er war erkennbar schockiert.

Die DB hat riesige Imageprobleme,
aber in den neuen Bundesländern hat sie
das Image einer Ostbahn.
 

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051126-4347-BahnPPunten

Vier dieser reichlich verzierten Aufgänge zu den ehemaligen oberen Bahnsteigen
gibt es auf dem unteren Bahnsteig.
Erstaunlich: Die Treppen waren gefegt!

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Bei der Deutschen Reichsbahn
hat es noch nicht einmal in den schlimmsten Zeiten so ausgesehen.

Mann, seid Ihr mutig!

PP-ZukunftderBahn
051126-4359-BahnPP-ZZAoben 051126-4352-BahnPP0ben

051126-4360-BahnPPoben

 

Wenngleich “oben” auch kein öffentlicher Verkehr mehr stattfindet,
so staunt man doch, daß es noch nicht einmal möglich war,
die alten Bahnhofsschilder zu entfernen.

Irreführung nennt man das!

Die Privatisierung der Bahn hat der Profitgier einiger Weniger offenbar Tür und Tor geöffnet.
Obendrein wird sogar noch mit Steuergeldern der allerletzte Eisenbahner abgewickelt.
Die Folgen sind unübersehbar.

PP-PachelBahnreform
PP-Reiseführer-P